Home > Recht auf Arbeit statt Grundsicherung ...?

Recht auf Arbeit statt Grundsicherung ...?

Ich habe am 23.3.2010 den "DIENSTDALK", mit Thema "Mindestsicherung", live im Haus KB5 mitverfolgt und danach an einer sehr intensiven Diskussion teilgenommen. Das macht Lust auf mehr! Ich habe mich daher hier in dieser KB5-Gruppe angemeldet und würde mich freuen, wenn recht viele Menschen aus unserer Region meinem Beispiel folgen würden und wir hier einige der vielen "brennenden" Probleme unserer Zeit im regionalen Rahmen diskutieren würden.
(Eine kurze Vorstellung meiner Person kann man aus folgendem Link entnehmen:
http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?AloisKemmer )

Ich persönlich bin zur Überzeugung gekommen, dass wir uns mitten in einer Zeitenwende befinden!
Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass wir in absehbarer Zeit ganz neuen Problemen gegenüberstehen werden, die wir derzeit überhaupt nicht für möglich halten würden. Ich meine, wenigstens "eine handvoll Menschen" sollte sich darüber Gedanken machen, wie wir Probleme besser meistern können, falls es tatsächlich zu gravierenden Änderungen in unserer allgemeinen Lebenssituation kommen sollte. Wenn nichts schlimmes kommt - umso besser - das Ziel ist ja generell die Verbesserung unseres Lebensstandards - ich denke da gäbe es immer noch genügend Möglichkeiten, auch wenn keine neuen Probleme auftauchen.

Einige Fakten, ganz generell:
Es gibt nicht genug "Lohnarbeit"!
"Vollbeschäftigung" mit gut bezahlter Lohnarbeit (von der man auch angemessen leben kann!) für Alle? Nein-ich behaupte, das wird es in Zukunft nie wieder geben.

Ist ja überhaupt nicht möglich! Wir leben in einer Industriegesellschaft, wo wir nur noch als "Konsumenten" einen gewissen Wert besitzen - aber auch nur dann wenn wir noch Geld haben. Aber woher soll das Geld für private Konsumenten kommen, wenn wir uns beim Erwerb immer mehr auf die Industrie verlassen und wenn die Industrie aber die Lohnarbeit weitestgehend wegrationalisiert ...?

Wir befinden uns in einer Sackgasse, an derem Ende Arbeitslosigkeit auf uns wartet.
Mit viel Geld, "Arbeit schaffen", "Wirtschaft ankurbeln", "Wachstum schaffen" und dergleichen, das wird auf Dauer nicht funktionieren. Mit welchem Geld? Mit Geld, das real überhaupt nicht vorhanden ist und einfach immer wieder aus dem Nichts neu "geschaffen" wird ...!??
Welchen Sinn sollte das denn haben? Warum bezahlt man damit nicht gleich allen Menschen auf dieser Welt eine "Grundsicherung", mit der die Menschen "leben" können und "schafft" einfach gleich direkt dafür "das neue Geld"?
Ich habe keinen Zweifel daran, dafür würde man viel weniger Geld "schaffen" müssen als für die "Bankenrettungen" notwendig ist ...

Warum das nicht gemacht wird?
Es gibt auf der Welt zu viele Menschen, die viiiiiiel mehr wollen als bloß zu "leben". Woher soll denn das Geld für all den Luxus kommen und das "Spielkapital" für die Börsen, wenn es keine Banken und keine Industrie mehr geben würde? Längst schon wird deshalb über die Werbung "künstlicher Bedarf" erzeugt und "Wegwerfrtikel" sind die interessantesten Industrieprodukte geworden, nur um damit noch mehr "Wachstum" zu erzeugen.

Wieviel Industrie würden wir denn tatsächlich brauchen, wenn wir nur noch gut "leben" wollen und wenn wir dafür ganz einfach das nötige Geld in Form einer "Grundsicherung" bekommen würden ...?

Für mich ist klar, was der Industriegesellschaft am allermeisten fehlt:
LOHNARBEIT!
Gut bezahlte Lohnarbeit, von der Menschen auch leben können.

Ich finde die diversen Neiddebatten wie "Soziale Hängematte", "Sozialschmarotzer" und dergleichen für absolut fehl am Platz und total unüberlegt.
Es ist doch unbestritten, dass ein Mensch der ohne Lohnarbeit dasteht, mit dem untersten Limit eines Grundeinkommens nicht wirklich "leben"- sondern höchstens überleben oder dahinvegetieren kann. Und wenn ein Mensch sich tatsächlich mit einem solchen "Zustand" zufrieden gibt, dann sollte es jedem Kritisierer klar sein, dass er deshalb kein "Schmarotzer" ist - ganz im Gegenteil er ERSPART der Gesellschaft damit viel Geld (Arbeit schaffen ist viel teurer!) und überlässt "SEINE" IHM ZUSTEHENDE Erwerbsarbeit anderen Menschen.

Ich würde die öffentlich Diskussion überhaupt gegenteilig führen:
Nicht "Grundsicherung"
Sondern: "RECHT AUF ARBEIT!"
Ich meine, die noch vorhandene Lohnarbeit sollte GERECHT aufgeteilt werden und anstelle einer Grundsicherung sollte jeder Bürger ein Anrecht (einen RECHTSANSPRUCH) auf eine bestimmte Mindest-Anzahl von Arbeitsstunden zu einem guten Stundenlohn bekommen.
Also WENIG ARBEIT, aber für alle, zu einem gutem Lohn!
Der Verdienst aus dieser Mindest-Lohnarbeit sollte so bemessen werden, dass man damit seine eigene Grundsicherung finanzieren kann.
Das ist keine Utopie, denn sobald das derzeitige Überangebot an Arbeitskräften radikal reduziert wird, würden auch die Löhne signifikant ansteigen.

Das würde bedeuten:
ARBEITSLOSIGKEIT IST ABGESCHAFFT - man kann ja je nach Bedarf die Stundenanzahl der Mindest-Lohnarbeit anpassen.
WENIGER ERWERBSARBEIT = MEHR FREI-ZEIT
Mehr Freizeit ist an sich schon MEHR LEBENSQUALITÄT
Und jeder Mensch sollte SEINE FREIZEIT BESSER NÜTZEN

GIB DEINER FREIZEIT EINEM WERT!

Ganz entspannt, total freiwillig und seinen persönlichen Neigungen folgend sollten wir uns immer mehr darauf konzentrieren, unsere durch Verminderung der Lohnarbeit GEWONNENE FREIZEIT aktiv zur Verbesserung unserer allgemeinen Lebenssituation zu verwenden - anstatt nach stressiger Erwerbsarbeit viel Geld für teure Freizeitgestaltungen ausgeben zu wollen ...

Aufgrund dieser grundsätzlichen Überlegungen, habe ich die Initiative zur Verbesserung der Tauschsysteme ergriffen und das www.tauschwiki.net gestartet, nachdem wir eine ausführliche Diskussion in einer KB5-Arbeitsgruppe des "Globalen Dorfes Kirchbach" geführt haben. Siehe:
http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?TauschGemeinschaft

Ich würde mir wünschen, dass wir hier in der Region Kirchbach zu einer kleinen Arbeitsgruppe zusammenfinden würden um gemeinsam alternative Strategien für eine Verbesserung der allgemeinen Lebensumstände zu diskutieren.
Siehe auch: http://www.dorfwiki.org/wiki.cgi?DorfTratsch/NeueLebensformen

Die Einbeziehung der Landwirtschaft und Partnerschaftliche Lösungen im Bereich Selbstversorgung und überhaupt eine Diskussion über "Neue Lebensformen", das sind Themen die ich sehr gerne in einer Regionalen Gruppe diskutieren möchte.
Unser "Globales Dorf" hat ja bereits weltweit "Modellcharakter" - mit guten Lösungsansätzen könnten wir sehr viel erreichen ...

Zuletzt vor 164 Tagen aktualisiert von Alois Kemmer

Hallo Alois - Ich hab mich jetzt auch hier angemeldet und hoffe dass wir Dorfwiki und Social Network gut verbinden können!

Franz Nahrada vor 123 Tagen